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Gesendet: 15 Mai 2006 13:00
Im Rahmen ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung hat sich die deutsche Verkehrswacht am Freitag den 12. Mai 2006 mit dem Thema "Fahren mit Licht am Tag beschäftigt". Während der Tagung wurde der Aspekt kontrovers diskutiert und viele Standpunkte erörtert. Ab 2009 besteht für Neufahrzeuge in Europa eine Pflicht zur Ausstattung mit Tagfahrlicht.
Gegenwärtig gibt es in 18 europäischen Ländern eine Pflicht für Tagfahrlicht. Laut einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) könnten in Deutschland drei Prozent der Unfälle durch das Licht verhindert werden. Auch habe das Tagfahrlicht für Autos keine negativen Folgen für die Sichtbarkeit von Motorradfahrern, bei denen bereits seit 15 Jahren eine Pflicht für Licht am Tag bestehe, erklärte Susanne Schönebeck von der BAST.
Das Unternehmen Hella als Hersteller von speziellen Tagfahrleuchten hat bereits mehrere Systeme in der Erprobung oder stellt diese bereits her. Am effektivsten sind spezielle LEDs, die hinsichtlich Energieverbrauch und Lebensdauer das größte Potential besitzen, erklärte Dr. Michael Kleinkes von Hella. Auch der Lampenhersteller Osram hat darauf hingewiesen, dass auch die Lampentechnologie bereits verfügbar sei.
Die Fraktion der Motorradfahrer lehnt das Tagfahrlicht für Autos ab. Das verhindere die Unterscheidung von Autos und Motorrädern. Der 2. Vorsitzende des Bundesverbandes der Motorradfahrer, Dipl.-Ing. Christian Könitzer befürchtet, dass durch die vierrädrigen Fahrzeuge eine Blendung erfolgt, und dadurch die Krads nicht mehr erkannt werden. Außerdem sei der Mischbetrieb durch die Autos, die das Licht trotz Pflicht nicht einschalten auch gefährlich für die Erkennbarkeit aller Verkehrsteilnehmer.
Auch die Fraktion der Fahrradfahrer lehnt das Tagfahrlicht ab, da dadurch die Aufmerksamkeit von den schwächeren Verkehrsteilnehmern abgelenkt wird und die Dominanz der Autos weiter verstärkt wird. Zudem lassen sich nach Meinung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs die skandinavischen Studien nicht auf Deutschland übertragen, da hier andere Licht und Klimaverhältnisse herrschen.
Abschließend hat Ingbert Zimmermann vom TÜV Rheinland die Ergebnisse zusammengefasst. Der Einsatz von Licht am Tag hilft die Gefahren zu erkennen, reduziert die Unfallzahlen und verringert damit auch die Kosten für die Volkswirtschaft. Denn dadurch werden die Verletztenzahlen im Straßenverkehr gesenkt und auch die Krankenhaus- und Rehabilitationskosten sinken.
Als negativ kann gesehen werden, dass Verkehrsteilnehmer ohne Licht schlechter erkannt und Zweiräder schlechter unterschieden werden. Auch der leicht erhöhte Benzinverbrauch verursacht für den Betreiber zusätzliche Kosten. Allerdings stehe es nirgendwo geschrieben, dass man am Tag nicht mit Licht fahren dürfe, deshalb sei der Mischbetrieb bereits vorhanden, erklärte Zimmermann. Dadurch falle auch das Argument mit dem Mischbetrieb weg.
Fazit: Auch wenn eventuell durch das Tagfahrlicht schwächere Verkehrsteilnehmer schlechter gesehen oder unterschieden werden können, so haben diese jedoch die Möglichkeit die Autos besser zu sehen und darauf zu reagieren. Dadurch steigt auch die Sicherheit für alle im Straßenverkehr.
Laut § 18 STVO gilt für Ameisen die absolute Helmpflicht!
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